7. Symposium „Steppen des nördlichen Eurasiens“ Orenburg

 

Vom 26.05. bis 01.06. fand in Orenburg das 7. Symposium „Steppen des nördlichen Eurasiens“ der  Russischen Geographischen Gesellschaft statt, veranstaltet vom Steppeninstitut der Ural-Sektion der Russischen Akademie der Wissenschaften. Auf dem Forum diskutierten 300 Wissenschaftler aus 9 Ländern über den Umgang mit der Ressource „Steppe“, den Erhalt und die Nutzung von Steppenlandschaften. der  Erstmalig nahmen an dieser bedeutenden Veranstaltung, die im Rhythmus von drei Jahren durchgeführt wird,  Dorothee Kley, Tobias Meinel und Peter Tillack als Vertreter des Kulunda-Projektes teil.

In 15 Plenarvorträgen, darunter 2 von den Vertretern des Kulunda-Projektes, 68 Vorträgen in mehreren Sektionen und einer Rund-Tisch-Diskussionsrunde wurde eine große Vielfalt von Themen diskutiert:

·         Evolution, Struktur und anthropogene Umgestaltung von Landschaften

·         Strategie der Nutzung von Steppen und Revitalisierung von Steppenlandschaften

·         Biologische Vielfalt und Verschiedenartigkeit der Böden  von Steppenregionen

·         Sozialökonomisches und natürliches Potential von Steppenregionen und dessen Nutzung

·         Steppen als Kulturerbe

·         Ökologische und Hydrologische Aspekte der Steppennutzung

Ungeachtet dessen, dass eine genaue geographische Abgrenzung der Steppengebiete strittig ist, lässt sich ein starker anthropogener Einfluss auf die heutigen Steppenlandschaften feststellen. In einem über Jahrhunderte währenden Zeitraum fanden in diesem Gebiet Völkerwanderungen statt, und es entstanden und vergingen Weltreiche, weshalb diese Region auch als eine Wiege der Menschheitsgeschichte anzusehen ist. Gegenwärtig unterliegen die Steppenlandschaften einer immer intensiveren Landbewirtschaftung, die die Gefahr in sich birgt, dass der ursprüngliche Charakter der Steppe verlorengeht.

In einer einstimmig verabschiedeten Resolution drückten die Teilnehmer des Forums ihre Besorgnis darüber aus, dass der Prozess der Bodendegradation der Steppen in den letzten Jahren ein bedrohliches Ausmaß angenommen hat, dem durch geeignete Maßnahmen sowohl auf der Ebene der Russischen  Föderation insgesamt als auch in den Regionen entgegengewirkt werden muss. Dazu sind ein System von Indikatoren zur Bestimmung des Ausmaßes der Bodendegradation  und ein entsprechendes Monitoring durch die Forschung zu entwickeln.

Von den Teilnehmern des Forums wurde angeregt,  dass ungeachtet der bestehenden Differenziertheit der eurasischen  Steppenlandschaften ein transkontinentaler Schutzkorridor für den Erhalt und die Wiederherstellung der biologischen Vielfalt der Steppen geschaffen werden sollte.

Prof. Dr. Peter Tillack

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